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Chayu-Taeryon:

Bei dem freien Kampf muss ein Kämpfer Körper und Geist harmonisch in Einklang bringen. Er muss rechtzeitig einen gegnerischen Angriff erkennen, Blocken oder Ausweichen und anschließend einen Konter ausführen. Alles was der Kämpfer unternimmt muss der jeweiligen Situation angepasst sein. Er muss selbständig und blitzschnell entscheiden. Jede Einseitigkeit im Kampfstil sollte vermeiden werden, man sollte seine Kombinationsmöglichkeiten voll ausnutzen, denn im rechtzeitigen erkennen und reagieren besteht die eigentliche Überlegenheit.

Chayu-Taeryon, der freie Kampf, kann mit oder ohne Kontakt durchgeführt werden.

Wird der freie Kampf ohne Kontakt ausgeführt, so muss jede Technik einige Zentimeter vor den Ziel gestoppt werden. Dies erfordert absolute Beherrschung von Körper und Geist.

Wird der freie Kampf mit Kontakt ausgeführt so wird eine Schutzkleidung (siehe Seite Trainingszubehör und Hilfsmittel) getragen. Die Schutzkleidung besteht aus einer gepolsterten Kampfweste, einem Kopfschutz, Unterarmschützern, Schienbeinschützern und einem Tiefschutzschutz.

Bei einem sportlichen Wettkampf wird “Vollkontakt” gekämpft.

 

Chayu-Taeryon

 

Die Wettkampffläche in dem Taekwondo hat die Ausmaße von 12 m x 12 m im Quadrat und besteht aus einer glatten Oberfläche ohne überstehende Markierungen. Die Wettkampffläche soll mit einer elastischen Matte oder Plane abgedeckt sein. Der innere Teil der Wettkampffläche mit den Abmessungen 8 m x 8 m wird Kampffläche genannt. Der Abstand zwischen Kampffläche und Wettkampffläche wird als Sicherheitszone bezeichnet.

 

Wettkampffläche gemäß  WTF

Klicken Sie auf die Wettkampffläche, um das Bild zu vergrößern

 

Pro Wettkampffläche müssen mindestens 3 (besser 4) Punktrichter die Treffer der Kämpfer werten. Den Kampf leitet der Kampfrichter. An dem Kampfleitertisch jeder Kampffläche befindet sich der Kampfleiter und ein Zeitnehmer. Ebenso muss eine Person den Anschreibetisch besetzen. Ein Arzt muss bei jedem Wettkampf anwesend sein.

Vor dem Kampf, vor Betreten der Wettkampffläche, wird eine Kontrolle der Kämpferschutzausrüstung durchgeführt. 

Gekämpft wird gemäß der WTF über 3 Runden, wobei eine Runde 3 Minuten beträgt (1 Minute Pause zwischen den Runden). Bei kleineren Wettkämpfen wird je nach Ausschreibung des Wettkampfes  3 x 3 Minuten, 2 x 3 Minuten oder 2 x 2 Minuten gekämpft. 

Die Kämpfer werden nach Geschlecht, Gewicht, Alter (Kinder, Junioren und Senioren) und Rangstufen (nur bei Gürtel-Turnieren) in Klassen eingeteilt (siehe: Gewichtsklassenübersicht).

 

Folgende Ergebnisse des Wettkampfes sind möglich:

1. Sieg durch KO (der Kämpfer ist nach einem Niederschlag durch eine reguläre Technik nicht in der Lage den Kampf binnen 10 Sekunden fortzuführen)

2. Sieg durch Aufgabe (aufgrund von Verletzung oder Unterlegenheit, Handtuch werfen)

3. Sieg durch Disqualifikation

4. Sieg nach Punkten

5. Sieg durch Referee-Abbruch

 

Erlaubte Angriffszonen im Wettkampf sind:

Der Oberkörper zwischen den horizontalen Linien der Schlüsselbeine und der Hüftknochen. Sowohl die Frontfläche, als auch der seitliche Rumpf sind Angriffszonen. Auf diesen Bereich sind Angriffe mit der Vorderseite der geballten Faust und Fußtechniken erlaubt. Der Rückenbereich, der nicht durch die Kampfweste geschützt ist, darf nicht angegriffen werden.

Die erlaubten Angriffszonen des Kopfes ist der  Gesichts- und Halsbereich bis zu den vertikalen Linien der Ohren. Auf diesen Bereich sind nur Angriffe mit Fußtechniken erlaubt.

Gewertet werden Treffer nach einem erfolgreichen legalen Angriff auf eine der erlaubten Angriffszonen. Die Angriffs- oder Verteidigungstechnik muss mit einer gewissen Genauigkeit und Stärke ausgeführt werden (Wirkungstreffer). Ein erfolgreicher Treffer wird mit einem Punkt gewertet.

Unerlaubte Wettkampfaktionen werden je nach Vergehen als Verwarnungsdelikte bzw. als Minuspunktdelikte geahndet. Bei doppelten Verstößen in einer Aktion wird nur der schwerwiegendere Verstoß als Delikt angezeigt. Bei zwei gleichwertigen Verstößen obliegt es dem Kampfrichter nur einen der Verstöße anzuzeigen (siehe: Kampfrichterhandzeichen).

 

Verwarnungsdelikte:

1. Kontaktaktionen:

Als Kontaktaktionen werden die Vergehen: Festhalten, Umklammern, Schieben mit dem Körper bzw. dem Armen bezeichnet.

2. Negativaktionen:

Das Überschreiten der 8m Markierung (Aktionsfläche), das Ausweichen vor dem gegnerischen Kämpfer durch Zudrehen des Rückens, absichtliches Hinfallen lassen  und das Vortäuschen von Schmerzen bzw. einer Verletzung, wird als Negativaktion geahndet.

3. unerlaubter Angriff:

Kniestöße, Kopfstöße und Fauststöße zum Kopf des Gegners gelten als unerlaubte Angriffe. Auch ein absichtlicher Angriff in den Genitalbereich bzw. eine absichtliche Angriffsaktion auf die Beine des Gegners oder den Rücken des Gegners fallen unter diese Kategorie. Unerlaubte Angriffsaktionen werden nicht verwarnt, wenn diese, unabsichtlich aus einer Kampfhandlung heraus entstanden sind bzw. die Unachtsamkeit des Gegners nicht zu vermeiden war.

4. undisziplinierte Aktion:

Eine undisziplinierte Aktion wird angezeigt, wenn der Kämpfer bzw. der Betreuer durch Freudengesten einen errungenen Wertungspunkt andeutet, wenn undisziplinierte Äußerungen laut werden und wenn der Betreuer seien Platz während eines Kampfes verlässt. Des weiteren jede Aktion, die den Verlauf des Wettkampfes unterbricht, jede Aktion oder Handlung, die eine kampfrichterliche Entscheidung kritisiert, jede verbale oder körperliche Handlung, die den Gegner bzw. seinen Coach beleidigt und zu lautes, exzessives Coaching.

Die Verwarnungsdelikte werden mit einem halben Minuspunkt (gyong-go) gewertet.

 

Minuspunktdelikte:

1. Kontaktaktionen:

Ein Minuspunkt (gamjom) durch eine Kontaktaktion wird gegeben, wenn der Gegner umgeschmissen bzw. durch das halten des Beines zu Boden geworfen wird.

2. Negativaktionen:

Wird die 12m Markierung (Gesamtwettkampffläche) verlassen oder der Kampfablauf absichtlich behindert, gilt dies als Negativaktion.

3. unerlaubter Angriff:

Angriffsaktionen auf einen am Boden liegenden Gegner, absichtliche Angriffe auf den Hinterkopf bzw. den Rücken und absichtliche starke Fauststoßangriffe auf den Kopf des Gegners werden mit einem Minuspunkt geahndet.

4. undisziplinierte Aktionen:

Vehemente Gestikulationen bzw. wortstarke ausdrücke eines Kämpfers oder Betreuers werden als undisziplinierte Aktion mit einem Minuspunkt gewertet. Sollte ein Kämpfer absichtlich die Anordnung des Kampfrichters nicht Folge leisten, kann er als Verlierer deklariert werden.

 

Eine einzige Verwarnung (0,5 Punkt Abzug) geht nicht in die Punktwertung ein. Erst bei zwei Verwarnungen wird eine ganzer Punkt abgezogen. Sollte ein Kämpfer in einem Wettkampf insgesamt 3 Minuspunkte erhalten, wird er disqualifiziert.

Gewonnen hat derjenige Kämpfer, der nach den Runden (2 oder 3 Runden, je nach Ausschreibung des Wettkampfes) die meisten Punkte nach Abzug der Minuswertungen hat. Bei Punktgleichheit muss sich jeder Punktrichter für einen der Kämpfer entscheiden und diesen wegen Überlegenheit zum Sieger erklären.

 
 
     
 

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