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Die Formen - Poomse:

Yin und Yang

Unter Poomse (Bewegungsform) kann man sich eine Kür vorstellen, die der Taekwondo- Sportler ausführt. Hierbei kämpft er gegen imaginäre Gegner, die ihn angreifen. Er muss genau festgelegte Techniken in einer fortlaufenden Aktion vorführen, wobei die Bewegungen kraftvoll, konzentriert und rhythmisch sein sollen und er muss zu jeder Zeit sein Gleichgewicht halten.

Seit langer Zeit werden die Poomse dazu genutzt, Techniken zu erlernen, sie zur Abwehr und zum Angriff miteinander nach einem bestimmten Muster zu verbinden und dabei gleichzeitig Bewegungen und Atmung aufeinander abzustimmen, und bei schnellen Bewegungen das Gleichgewicht zu halten und die Gewichtsverlagerungen auszunutzen.

Die Poomse sind so aufgebaut, dass der Schwierigkeitsgrad mit jeder neuen Form ansteigt.

Die Vorführung einer Form soll lebendig erscheinen. Die Konzentration auf den Ablauf, die Genauigkeit der Bewegungen, der richtige Einsatz von Kraft und Geschwindigkeit, die richtige Atmung, der rhythmische Ablauf der Sequenzen und die innere und äußere Gelassenheit geben der Poomse ihren Ausdruck.

Jede Poomse ist eine Atemübung. Es wird während der Dauer einer Sequenz ausgeatmet. Die Poomse kann als Meditationsübung auch in Zeitlupentempo ausgeführt werden.

Jede Poomse endet da, wo sie begann.

Für die Schüler gibt es acht Bewegungsformen, genannt "Taeguk", und für die Meister gibt es neun Bewegungsformen, wobei jede von ihnen einen Namen mit spezifischer Bedeutung trägt.

>Tae< steht hier für Größe und >Guk< für Ewigkeit, mit Taeguk ist die unvorstellbare Ewigkeit gemeint, also der Ursprung des Seins, ohne Anfang und Ende, wie das Universum. Denn nichts kann zerstört werden, alles wandelt sich. Aus dem Buch der Wandlungen (I Ging) erhielten die Poomse ihre Bedeutung.

In der Reihe der Poomse wurden zum erlernen von Technikenkombinationen zwei Übungsreihen gebildet. Die eine wird mit Taeguk bezeichnet und enthält einfache Techniken und Kombinationen für den Anfänger. Sie wurde mit fortlaufender Nummer benannt.  Die andere Übungsreihe enthält kompliziertere Techniken und Kombinationen und wurde für die Fortgeschrittenen entwickelt. Bei dieser Übungsreihe trägt jede Form einen eigenen Namen. Das Wort Poomse übersetzt man mit Bewegungsform. Jang kann mit Aufgabe oder Abschnitt übersetzt werden. Poomse Taeguk bedeutet: Bewegungsform des Yin und Yang (Yin steht für das Weiche und Yang für das Harte oder Feste). Yin und Yang bezeichnet die Verschmelzung des Mikrokosmos mit dem Makrokosmos und die Zusammenhänge von Leben, Kosmos und Bestimmung. Die Taeguk Poomse folgt diesen Geist.

Taeguk Poomse

Vierseitenschlag (saju-jirugi)

1. Form (Taeguk-il-Jang)

Symbol sind hier der Himmel und das Licht.

Vom Himmel kommen der Regen und das Licht der sonne, damit alles wachsen und leben kann. Mit dem Himmel wird die Schöpfung  symbolisiert, des Weges Anfang.

2. Form (Taeguk-i-Jang)

Symbole sind der Frohsinn und die Fröhlichkeit.

Ein vom Frohsinn durchdrungener Mensch verfügt über eine innere Energie, durch die er ausgeglichen und ruhig ist und auch so nach außen wirkt. Heiter und voller Zuversicht jeder Situation begegnend.

3. Form (Taeguk-sam-Jang)

Symbol ist hier das Feuer.

Der Mensch hat es verstanden, sich das Feuer nutzbar zu machen. Es gibt ihm Wärme und Licht. Man symbolisiert das Feuer aber auch mit Leidenschaft, Furcht und Schrecken.

4. Form (Taeguk-sa-Jang)

Symbol ist der Donner.

Der Donner und der Blitz kann Furcht einflößen, doch auch Kraft und Macht bedeuten.

5. Form (Taeguk-oh-Jang)

Symbol ist der Wind.

Der Wind kann in Stürmen alles zerstören, er kann jedoch auch Gutes, er vertreibt oder bringt die Wolken und verteilt den Samen.

6. Form (Taeguk-yuk-Jang)

Symbol ist das Wasser.

Nichts ist weicher und doch härter als Wasser. Es kann durch seine Weichheit sogar Steine zerstören.

7. Form (Taeguk-sil-Jang)

Symbol ist der Berg.

Ein Berg steht unbewegbar fest, und der Mensch trachtet seine Festigkeit dadurch zu erringen, dass er geht, wenn er muss und anhält, wenn dies geboten ist.

8. Form (Taeguk-pal-Jang)

Symbol ist die Erde.

Die Erde bringt Leben hervor und gibt dem neuen Leben Nahrung. Mutter Natur macht durch ihre Fruchtbarkeit die Schöpfung möglich.

Koryo

Das ist der Name einer alten Dynastie, die von 918 bis 1392 n. Chr. bestand. Aus Koryo wurde der Name Korea abgeleitet. Das Diagram entspricht dem Zeichen Sa (Vereinigung)

Kumgang

Die buddhistischen Mönche bezeichnen mit Kumgang die Beendigung aller Seelenpein. Kumgang ist der größte Berg Koreas. Er liegt im Taebaek Gebirge. Das Schriftzeichen dieser Form ist San (Gebirge). Kumgang bedeutet im Taekwondo: zu fest um zerbrochen zu werden, fest wie ein Diamant.

Taebaek

Die Sage über die Anfänge des koreanischen Volkes berichtet, dass der legendäre Tangun im Taebaek Gebirge auf dem Berg Baekdu dieses Volk gegründet haben soll. Das Zeichen dieser Form bedeutet Gong (Konzentration).

Pyongwon

Das Symbol dieser Meister Poomse ist die Ebene. Das Diagramm ist eine waagerechte Linie. Es ist die Zahl Eins, Hana, Il.

Sipjin

Das Symbol dieser Poomse ist das Dezimalsystem. Das Diagramm dieser Form ist das chinesische Zeichen für 10.

Jitae

Der fernöstliche Glaube besagt, dass alles Leben aus der Erde kommt und wieder zu ihr zurückkehrt. Die Erde ist sowohl Beginn, als auch das Ende des Lebens. Lebewesen und Naturphänomene verändern und formen sie fortdauernd. Die Poomse Jitae vereinigt diese Eigenschaften der Erde in Bewegung.

Chonkwon

In der alten Zeit wurde der Himmel als Herrscher über das Universum angesehen und verehrt. Man dachte sogar, der Himmel habe die Natur erschaffen.

Hansu

Wasser lässt Seen und Flüsse entstehen, angefangen mit einem einzigen Tropfen. Es passt sich jeder beliebigen Form an.

Ilyo

Mit Ilyo bezeichnet man im Buddhismus den Zustand der geistigen Ausbildung,  in der Geist und der Körper zu einer Einheit werden. Die höchste Aufgabe des Taekwondo ist, diesen Zustand zu suchen. Das Endziel ist eine Disziplin, bei der man mit konzentrierter Aufmerksamkeit bei jeder Bewegung alle weltlichen Gedanken und Dinge ablegt.

Taeguk Poomse

     
 

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