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Das Prinzip des Kreises und des Flusses (oder “auf eine Drehung erfolgt ein Druck”):

Das Prinzip des Kreises besagt unter anderem, dass man die in gerader Richtung ankommende Kraft des Gegners nicht ebenso in gerader Richtung abfangen darf, sondern sie in eine Kreisbewegung ablenken muss, also aktiv steuern muss.

z. B.: Der Gegner greift mit einem Fauststoß zum Solarplexus an. Der Fauststoß wird mit einem Innenblock abgeblockt.

Der Blockarm beschreibt bei der Ausführung von hinten eine horizontale Kreisbewegung nach vorn und lenkt den geraden Fauststoß ab. Die Hüfte wird dabei eingesetzt und beschreibt ebenfalls eine Kreisbewegung nach vorn, dadurch entsteht eine zusätzliche Kraftentfaltung.

Im letzten Drittel der Bewegung wird der Blockarm gedreht, also dann, wenn der Kontakt zu dem angreifenden Arm hergestellt wird. Durch die Drehbewegung (Kreisbewegung) des Blockarmes auf dem Arm des Gegners werden die Kräfte die durch den Aufprall der beiden Arme entstehen, auf unserem Unterarm auf den halben Umfang des Armes verteilt und somit abgeschwächt. Der Kontaktpunkt des gegnerischen Armes bleibt jedoch klein und er bekommt die volle Energie auf einen Punkt konzentriert.

Bei allen Techniken erreicht man durch eine plötzliche Drehung (Prinzip des Kreises) der Schlaghand oder des Blockarmes im letzten Drittel der Bewegung und Einsatz der Hüfte eine zusätzliche Kraftentfaltung. Bei den Fußtechniken ist dies analog zu sehen.

Das Prinzip des Flusses besteht darin, die eigene Kraft zusammenzuziehen und diese Energie dann blitzschnell in Bewegungsenergie umzusetzen und an das Ziel abzugeben. Jeder Körper besitzt Kraft (Energie). Die Kraft wird durch Geist und Seele gesteuert. Der Geist sammelt den inneren Energiefluss (Kraft). Er lenkt ihn zu den von ihm zuvor bestimmten Punkten in unserem Körper. Der Geist lässt die Kraft in unserem Körper fließen. Durch diese innere Energie können wir unseren Körper bewegen. Die Energie fließt in unserem Körper wie (abwärtsfließendes) Wasser in einem Flussbett. Wird Wasser durch ein Hindernis gestoppt, so hat es das Bestreben weiterzufließen. Die Wassermassen stauen sich auf und durch den dadurch entstehenden gewaltigen Druck wird das Hindernis gesprengt oder weggespült. Das heißt, dass wir bevor wir eine Technik ausführen, die Energie in unserem Körper, im Körpermittelpunkt (Habokbu: ca. 2 cm unter dem Bauchnabel),  sammeln. Diese Energie wird dann in Bewegungsenergie umgesetzt, um die Taekwondo-Techniken blitzschnell auszuführen und die größtmögliche Energie an das Ziel abgeben zu können. Je stärker die Energie im Körper gesammelt wird, desto stärker ist auch die Bewegungsenergie mit denen wir die Taekwondo-Techniken ausführen können. Eine höhere Beschleunigung bewirkt eine größere  Energie, die wir auf einen anderen Körper abgeben können. Je kleiner das Werkzeug, das die Energie abgibt, des so größer ist seine Zerstörungskraft.

z. B: Fauststoß:

Bei einem Fauststoß wird der Arm im letzten Drittel der Bewegung gedreht (Prinzip des Kreises). Die Hüfte wird vorn eingerastet (Prinzip des Kreises).  Die Bewegung nach vorn ins Ziel ist das Prinzip des Flusses oder anders ausgedrückt: auf eine Drehung erfolgt ein Druck. Durch die Drehbewegung des Armes in dem letzten Drittel der Bewegung werden mehr Muskeln beansprucht, als ohne Drehbewegung. Die Muskeln, die durch die Drehbewegung beansprucht werden erhöhen die Geschwindigkeit und die Schlagkraft des Fauststoßes.

z. B: ap-chagi:

Bei dem ap-chagi wird in einer fließenden Bewegung (Prinzip des Flusses) das Knie nach vorn hochgerissen und angewinkelt, das Knie wird gesteckt und es wird nach vorn getreten, die Hüfte wird dabei nach vorn geschoben (Prinzip des Kreises). Die Energie wird auf das Ziel abgegeben (Prinzip des Flusses).

Alle Techniken (Hand-, Fuß-, Hebel-, Wurf-, Selbstverteidigungstechniken u. a.) sind auf dem Prinzip des Kreises und des Flusses (auf eine Drehung erfolgt ein Druck) aufgebaut.

 
     
 

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